Fahrt nach Wuppertal am 17.08.1999 mit der BMW F 650

 

Gegen 7:00 Uhr scheint die Sonne und es sind kaum Wolken am Himmel. Alles was ich mitnehmen will, wird schon einmal zurechtgelegt. Doch was ist den dieses? Schwarze Wolken ziehen über das Dill- und Lahntal und hinterlassen überhaupt keinen guten Eindruck. Da ich erst gegen 10:00 Uhr losfahren will, haben die Wolken ja noch etwas Zeit sich wieder zu verziehen.

Videotext und Wettervorhersage im Internet versprechen nach Norden Besserung. Die Entscheidung ist gefallen. Um kurz nach 10:00 mache ich mich auf den Weg. Um durch die lange Anfahrt nicht zuviel Zeit zu verlieren, habe ich mich entschlossen die Strecke bis zum Bergischen Land auf der Autobahn A 45 auch bekannt als Sauerlandlinie zurückzulegen.

Mein Weg führt mich über Dillenburg, Siegen, Olpe bis nach Meinerzhagen. Hier verlasse ich die Autobahn. Genau 100 km habe ich bis zur Abfahrt zurückgelegt und ohne zu rasen war ich nach 45 min dort. Auf der Gegenfahrbahn staut sich der Verkehr schon ab Freudenberg. Ich habe Glück gehabt. Auf meiner Seite war heute kein Stau.

Auf der B 54 fahre ich in Richtung Meinerzhagen und Kirspe. Die Bundesstraße führt nur ein kleines Stück durch Meinerzhagen und schon ist wieder der Weg frei in Richtung Kirspe. Ich wechsele auf die B 237. Die nächste Station ist Wipperfürth. Von dort fahre ich noch auf der B 237 nach Hückeswagen. Hier mündet die B 237 in die B 51 welcher ich in Richtung Remscheid folge. Bei Wuppertal-Ronsdorf unterfahre ich die Autobahn A 1. Es sind nur noch 7 km bis nach Wuppertal-Barmen.

Inzwischen ist es 12:00 Uhr geworden und ich schaue mich nach einer Möglichkeit zum Mittagessen um. Eine Imbißbude hätte mir gereicht, aber es war keine zu finden. In einer Bergabkurfe in Richtung Wuppertal, viel mir auf der Gegenseite ein Lokal ins Auge dessen Parkplatz mit vielen Pkw aus allen Richtungen gefüllt war.

Es handelt sich um die Gaststätte "Em Kömpken" in Wuppertal-Werbsiepen. Einen Bergischen Speckkuchen mit Salat habe ich mir ausgesucht. Die freundliche Bedienung fragte mich, ob sie mir auch eine Tagessuppe bringen dürfe. Ich war einverstanden. Als dann nach dem Essen die Rechnung kam, wurde mir die Tagessuppe mit 4,50 DM in Rechnung gestellt.

In Wuppertal-Barmen angekommen schaue ich mich um ob ich einen Hinweiß auf die Schwebebahn oder den Bahnhof finde. Auf einer Kreuzung vor einer roten Ampel stehend, sehe ich durch eine Seitenstraße die Pfeiler der Schwebebahn über der Wupper.

Kopfbahnhof

Ich fahre an der Wupper entlang und überquere sie auf der nächsten Brücke. Dem Hinweiß "Bahnhof Oberbarmen" folgend, komme ich direkt zum östlichen Kopfbahnhof der Schwebebahn.

Gegenüber dem Bahnhof gibt es sogar einen speziellen Parkplatz für Motorräder und ich kann mein Motorrad dort abstellen. Ein Fahrgast der Schwebebahn kommt auch auf den Parkplatz, um seine Fahrt mit dem dort geparkten Motorroller fortzusetzen. Ich spreche ihn an und er kann mir Auskunft geben über Fahrzeit und Kosten der Schwebebahn.

Die Fahrkarten kann man an einem Fahrkartenautomat, sowie an einem Schalter kaufen. Der Automat ist mehr für Sonderfahrscheine gedacht. Ich löse zwei Einzelticket für je 3,20 DM für die Fahrt zur westlichen Endstation. Mit den Fahrkarten für Hin- und Rückfahrt erhalte ich auch noch umfangreiches Material in gedruckter Form über die Schwebebahn.

Die Fahrt mit der Schwebebahn kann um 13:30 Uhr los gehen.

Ich kann einen Sitzplatz im ersten Wagen in der zweiten Reihe ergattern und habe damit einen fast ungestörten Blick am Fahrer vorbei auf die Strecke und das Drumherum. Mit einer Schülergruppe, die sich auch im Wagen befindet und teilweise die erste Sitzreihe belegt, komme ich ins Gespräch. Die Jungen können es nicht so richtig verstehen, daß man extra aus Hessen nach Wuppertal kommt, um mit der Schwebebahn zu fahren.

Etwa auf der Hälfte der Fahrstrecke steigen die Schüler aus und ich kann mich ganz nach vorne setzen. Ein älterer Mann setzt sich neben mich. Er zeigt mir die Stelle wo die Schwebebahn am 12.04.1999 verunglückt ist und erzählt mir auch sonst noch einige Dinge vom Werdegang der Schwebebahn und auch von seinem Leben.


Strecke über der Wupper

Den größten Teil der Strecke der Schwebebahn verläuft über der Wupper. Erst im Stadtteil Vohwinkel ist die Trasse etwa 3 km durch die Stadt geführt. Die Anwohner dieser Straßen können sicherlich etwas zu Lärmbelästigung durch die Schwebebahn sagen, zumal die Taktzeit 4 min beträgt.

In Vohwinkel angekommen, muß ich die Schwebebahn verlassen. Auch hier ist ein Kopfbahnhof in welchem die Züge auf die andere Spur umgesetzt werden. Auf dem Rückweg nach Oberbarmen füllt sich die Schwebebahn zusehends. Es ist 14:10 Uhr und viele Schüler sind auf dem Heimweg. Ich komme mit meiner Sitznachbarin ins Gespräch und sie kann mir noch so allerhand zur Erneuerung der Schwebebahn sagen.

Nach dem Abschluß der Erneuerung soll die Schwebebahn im 90 sek Takt fahren. Zur Zeit fährt die Schwebebahn an Wochenenden nur zu besonderen Anlässen. Am Wochenende werden Bauarbeiten durchgeführt die eine Sperrung der Strecke erforderlich machen.


Der Rückweg von Wuppertal verläuft etwas anders als ich ihn mir vorgestellt hatte. Die Abfahrt von der B 51 zurück in Richtung Sauerlandlinie habe ich nicht gefunden. Ich folgte der B 229 durch Remscheid und Solingen in Richtung Langenfeld. Hier fahre ich auf die A 3 in Richtung Frankfurt auf. Nach anfänglichem guten Verkehrsfluß bildet sich bei Leverkusen ein richtig schöner dreispuriger Stau. Ich schlängele mich noch einige Kilometer vorsichtig durch den vorhandenen Stau, fahre aber dann, nachdem mir immer mehr Autofahrer absichtlich das durchfahren der Lücken erschweren, von der Autobahn ab in Richtung Bergisch Gladbach.

Die Fahrt zieht sich lange hin, da inzwischen Feierabendverkehr aufkommt. Endlich habe ich die Autobahn Köln - Olpe erreicht und habe auch wieder freie Fahrt. Nachdem ich auf der A 45 in Richtung Heimat fahre, bin ich allerdings schon in Freudenberg gezwungen die Autobahn wegen eines erneuten Staus zu verlassen. In Siegen angekommen, habe ich mich in der Stadt doch tatsächlich richtig verfahren. Aber ich habe den Weg zurück doch noch gefunden. Weiter geht es über die B 54 und die B 277 zurück nach Aßlar.